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Polar-Forschungscontainer

Nord- und Südpol zwischen Jülich und Würm
Unternehmen auf Weltmarkt aktiv - Firmen Schuran und Schlömer bauten neuartigen Polar-Forschungscontainer

Bis vor kurzem liefen die Abschlußarbeiten an einem besonderen Container im Geilenkirchener Stadtteil Würm auf Hochtouren. Äußerlich ist er kaum von einem normalen Seefrachtcontainer zu unterscheiden. Im Inneren des 18m² großen Containers befinden sich jedoch 26 Meerwasseraquarien mit geballter Steuer- und Kühltechnik - dicht gedrängt wie in einem U-Boot. Nun ist der für das Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Bremerhaven gebaute Container nach mehrmonatiger Bauzeit fertiggestellt und wird in den nächsten Wochen auf das Forschungsschiff Polarstern verladen. Dort wird er im Schiffsbauch eingelagert, an Wasser- und Stromversorgung des Schiffes angeschlossen und geht im Dezember auf seine Jungfernreise in antarktische Gewässer.

Bei der Konstruktion des Containers für die sensible und wertvolle Fracht spielten deshalb Sicherheitsaspekte eine wesentliche Rolle. So sind Kühleinheiten samt der dafür notwendigen Pumpen grundsätzlich doppelt angelegt - sollte es trotz High Tech doch einmal zu einem Ausfall kommen. Um genügend Kühlkapazitäten zu haben, wurde von den Experten der Firma Schlömer in Geilenkirchen-Würm - sie installierte die gesamte aufwendige Kühltechnik - neuartige Flo-Ice-Technik eingesetzt. In den Eiserzeugern wird mittels über der Frierfläche rotierenden Kratzern entstandenes Eis ständig abgeschabt. Es steht als nadelartiger Kristall im Alkoholmedium zur Kühlung des Meerwassers über einen Wärmetauscher zur Verfügung. Bei voller Kapazitätsnutzung sind so 40KW Kühlenergie in den pumpbaren Eiskristallen des Vorratsbehälters vorhanden. Daß die Eiskristalle nicht miteinander verklumpen, dafür sorgt ein speziell angefertigtes Rührwerk. Es bewirkt eine ständige Verwirbelung des zweikomponentigen Kühlmediums im Tank.

Dank dieser ausgefeilten Technik betragen die Temperaturschwankungen in Gefrierpunktnähe maximal nur 0,3 Grad. Alle Stromverbindungen laufen in einem umfangreichen Schaltraum zusammen, der automatisch Fehlermeldungen anzeigt und lautstarke Alarmsirenen aktiviert, sollten die eingestellten Parameter aus irgendwelchen Gründen nicht in den definierten Rahmenbedingungen bleiben. Der nun fertiggestellte Container wird bezüglich seiner Leistung und Handhabung neue Maßstäbe für polare Forschungsunternehmungen setzen.

Aus der Geilenkirchener Zeitung